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Zuckerforschung Tulln GmbH (ZFT)

vereinigt die Forschungsaktivitäten des Zucker- und Stärkebereiches der AGRANA.

BEREICH ZUCKER

 

Hauptziel der Arbeiten im Bereich Zucker und in der Abteilung Zuckertechnologie ist die Entwicklung von neuen umweltfreundlichen und energiesparenden Verfahren und Verfahrensschritten.

 

Der sparsame Einsatz von Hilfsstoffen bei der Zuckerproduktion gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Abteilung Zuckertechnologie hat in den letzten Jahren entscheidende Programme gestartet und umgesetzt, die eine bedeutende Absenkung des Verbrauchs von Hilfsstoffen ermöglicht haben. Die wesentlichsten Ergebnisse dieser Aktivitäten sind die Entwicklung von Programmen und Vorrichtungen zur Einsparung von Schaumdämpfungsmitteln (AFO Anti Foam Optimiser), zur Reduzierung des Kalksteinverbrauchs (LIMOSTM - Lime Optimisation System) und von Alkalisierungsmitteln (LISA - Lime Salts Analyser). Mit der Entwicklung des Kalksparprogramms LIMOSTM konnte z.B. der Einsatz an Kalkstein in der Zuckerproduktion nahezu halbiert werden. Ein Schwerpunkt der aktuellen Aktivitäten liegt in der Weiterentwicklung von LIMOS, um weitere Einsparungen an Hilfsstoffen, Energie und Kosten zu erzielen.

 

Es wurden natürliche Biostabilisatoren auf Basis von Hopfen und Harzen für den Einsatz bei der Zuckerproduktion entwickelt, die nun anstelle von chemischen Bioziden (z.B. Formaldehyd) zum Einsatz gelangen. Die Anwendung dieser Biostabilisatoren wird um neue Einsatzgebiete (neben der Zuckerproduktion) erweitert.

 

Die Zuckerforschung Tulln ist gemäß ÖNorm EN 17025 für die Bereiche Feldversuchswesen sowie für die Zuckerrübenanalytik als Prüfstelle akkreditiert und weiters als „amtlich anerkannte Versuchseinrichtung ZFT“ (gemäß Pflanzenschutzmittelgesetz 1997) zur Wirkungsprüfung nicht registrierter Pflanzenschutzmittel für den Rübenbau autorisiert.

 

BEREICH STÄRKE

 

Bedingt durch die Rohstoffknappheit und Preissteigerung im synthetischen Bereich wird der Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen immer größer. Darüber hinaus sind Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe ein deutliches Zeichen für größeres Umweltbewusstsein. Für die Forschung und Entwicklung ist es daher oberstes Ziel, neue Anwendungsfelder für stärkebasierende Produkte zu erschließen und bestehende Produkte für spezielle Applikationen anzupassen. Eine enge Kooperation mit dem Markt und intensive Gespräche mit Kunden sind Grundlagen für eine erfolgreiche Umsetzung neuer Entwicklungen.

 

Der Arbeitsschwerpunkt liegt in der Entwicklung von speziellen Stärkeprodukten - auf Basis verschiedener Rohstoffe (Kartoffel-, Mais- und Wachsmaisstärke) - für den Einsatz im technischen Bereich (Papier, Wellpappe, Textil, Bau, Klebstoff, Keramik, Pharma usw.) sowie anwendungstechnische Untersuchungen für die verschiedensten technischen Einsatzbereiche.

 

In der Entwicklung von Stärkeprodukten für den Baubereich haben wir eine führende Rolle eingenommen. So haben wir z.B. einen Verdicker für Dispersionsfarben auf Basis von Mais- und Kartoffelstärke entwickelt und zum Patent angemeldet. Weitere Schwerpunkte liegen in der Entwicklung von Stärkeprodukten für den Einsatz in Spritzbeton, Fliesenkleber u.a. Bauanwendungen.

 

Durch die gezielte Entwicklung von Bio-Stärken - AGRANA ist Marktführer in diesem Bereich - werden weitere Einsatzgebiete erschlossen, die die breite Anwendung dieser Produkte, wie z.B. in Fruchtzubereitungen, Mayonnaisen, etc., ermöglichen.

 

Im Bereich der Bioethanol-Erzeugung werden insbesondere stärkereiche Weizensorten geprüft und entwickelt, die als Rohstoff für die Erzeugung von Bioethanol besonders geeignet sind. Darüber hinaus werden Untersuchungen zur Optimierung des Verfahrens zur Herstellung von Bioethanol durchgeführt. Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Beschleunigung der Fermentation durch den Zusatz von speziellen Additiven (z.B. komplexe Stickstoffquellen wie PNC - Potato Nitrogen Concentrate).