Zucker ist wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung / AGRANA fordert mehr Sachlichkeit in der ORF-Ernährungsdebatte

24. März 2017

Anlässlich des aktuellen Zuckerschwerpunktes des ORF nimmt AGRANA als führender österreichischer Zuckerproduzent Stellung zu darin enthaltenen unsachlichen und falschen Äußerungen:

  • Mag „Süßes Gift“ aus Marketinggründen noch ein reißerischer Aufhänger sein, geht die mehrmals wiederholte Aussage „Zucker ist wie Kokain und Heroin“ eindeutig zu weit. Zucker ist ein hochwertiges Lebensmittel – unverzichtbar im Energiestoffwechsel - und wird in Österreich von AGRANA aus gentechnikfreien Zuckerrüben österreichischer Landwirte nachhaltig produziert. Zucker ist weder ein Suchtgift noch macht er abhängig, wie dies bei Alkohol und Nikotin, und erst recht bei Heroin, der Fall ist. AGRANA verwahrt sich gegen alle derartigen tendenziösen Äußerungen.
  • Zucker vorwiegend als Verursacher von Fettleibigkeit darzustellen, ist mehr als einseitig. Fakt ist, dass der Zuckerkonsum über die letzten 20 Jahre um 20 % gesunken ist und dennoch der Anteil an Übergewichtigen steigt. Mittlerweile ist hinlänglich bewiesen, dass die Gewichtszunahme beim gesunden Menschen eine Folge zu hoher Kalorienaufnahme im Vergleich zum Kalorienverbrauch ist. Ob diese Kalorien aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlehydraten stammen, ist dabei unmaßgeblich.
  • Der Eigenverantwortung des mündigen Konsumenten bezüglich seines Lebensstils kommt daher wesentliche Bedeutung auch im Umgang mit Ernährung zu.
    Was die Energiebilanz belastet, ist die fehlende körperliche Aktivität, und der damit sinkende Kalorienverbrauch im heutigen Lebensstil mit Sitzen im Büro, im Auto und vor dem Fernseher.
  • Zur Diabetes Erkrankung: Den „Richtlinien für die Praxis“ der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist zu entnehmen, dass Diabetiker durchaus zwischen 45 und 60 % der aufgenommenen Gesamtenergie in Form von Kohlehydraten zu sich nehmen können. Hinsichtlich Zucker wird ein vollständiger Zuckerverzicht nicht mehr gefordert, die Zuckeraufnahme sollte aber 10 % der Gesamtenergie nicht überschreiten. Dies entspricht der aktuellen WHO-Empfehlung für den Normalverbraucher. Diabetes heißt zwar Zuckerkrankheit, es ist jedoch der hohe Körperfettanteil, der zu Insulinresistenz und nicht genetisch bedingtem Diabetes (Typ 2) führt. Diese Erkrankung ist eine Folge von Überernährung, unabhängig davon woher dieses Zuviel an Körperfett kommt.


 „Ein klares Augenmerk auf die Kalorienaufnahme, verbunden mit körperlich aktivem Lebensstil, würde viele mit Übergewicht verbundene Gesundheitsprobleme lösen – zuckerfreie Diäten lösen sie sicher nicht. Die Nahrungsmittelindustrie bietet eine Vielfalt an Produkten mit niedrigem Energiegehalt in ausgezeichneter Qualität an – es braucht aber auch den mündigen Konsumenten, der das Ausmaß der einzelnen von ihm aufgenommen Nährstoffe beachtet. Ob die ORF-Kampagne zu mehr Aufklärung beiträgt, ist fraglich – geht es doch offensichtlich darum, Schuldige zu finden, nämlich den Zucker und die dahinterstehende Zucker- und Lebensmittelindustrie“, ruft DI Johann Marihart, Vorstandsvorsitzender der AGRANA Beteiligungs-AG, zu mehr Sachlichkeit in der ORF-Ernährungsdebatte auf.

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